e6bInteressanterweise ist die Elbe an ihren Ufern weniger dicht besiedelt als etwa Flüsse wie die Donau oder auch der Rhein. Das bedeutet freilich nicht, dass der Strom in Mitteldeutschland keine bedeutenden Kulturräume aufweisen kann – ganz im Gegenteil: Entlang der Elbe finden sich Weltkulturerbe und Orte von hohem internationalen Bekanntheitsgrad und viele Besucher kommen in erster Linie zu diesen Stätten und Zentren der Geschichte. Allgemein wird von einer Einteilung gesprochen, die den Strom von Böhmen in Tschechien über das Dresdner Elbtal und dann die Kulturräume Dessau und Wittenberg bis hinauf in die Hansestadt Hamburg auszeichnet. Herausragende landwirtschaftliche Areale sind die Weinanbaugebiete rund um Dresden oder auch die Magdeburger Börde mit ihrem speziellen Boden, geeignet für intensive Nutzung etwa für den Anbau von Obstsorten.

Welterbe Stätten und kulturelle Zentren

Mit 3 Welterbe Stätten ist die Elbe Einzugsgebiet für Hochkultur. Historische Zentren und Besonderheiten werden hier durch die UNESCO ausgezeichnet. So ist beispielsweise die Stadt Wittenberg für die Reformation durch Martin Luther weltberühmt, von hier ging schließlich die Teilung der Christenheit aus! Dazu kommt das beeindruckende Areal von Dessau Wörlitz. Der mehr als 140 Quadratkilometer große Park im englischen Stil vereint Kultur und Natur auf harmonische Weise. Die umliegenden Auen beherbergen so manches Schloss und pompöse Villen, dazu kommen aber auch die vor allem für die Geschichte der Architektur so wichtigen Stätten in der Stadt Dessau. Auch die heutige Landeshauptstadt Sachsen Anhalts Magdeburg ist berühmt, schließlich befindet sich hier nicht nur der weltbekannte Dom, sondern wurde einst auch eine imposante Kaiserpfalz für die Herrscher im Mittelalter errichtet und die Besichtigung der Stadt an der Elbe lohnt sich zu jeder Jahreszeit.

Besondere Sehenswürdigkeiten

Ein Sonderfall ist das Dresdener Elbtal. Mit gut zwanzig Kilometer Länge bietet sich dem Besucher ein imagewunderschöner Blick auf die Elbhänge und das Bild der Stadt wird entscheidend durch den Fluss geprägt. Unzählige Schlösser, die sächsische Metropole selbst und technische Monumente wie die Brücke Blaues Wunder kennzeichnen den Strom in diesem Bereich. Allerdings wurde nach jahrelangem Streit und dem Bau einer recht unförmigen Brücke mitten durch das Elbtal der Titel „Weltkulturerbe“ vor wenigen Jahren wieder aberkannt und das stellt zweifellos ein Unikum in der Vergabe von UNESCO Auszeichnungen dar. Vorgeblich zerschneidet das Bauwerk die Elbwiesen, behindert den Blick, durchpflügt die Flusslandschaft und in Dresden selbst wurde die Entscheidung der internationalen Behörde sehr kontrovers diskutiert, was allerdings den Bau der neuen Brücke nicht verhindert hat.

Wer will wagt zudem den Aufstieg auf die gleichfalls in der Nähe von Dresden befindliche Festung Königsstein, einen imposanten Bau, der das Elbtal vorzüglich überblick. Fast 250 Meter über dem Fluss gelegen ist dieses Bauwerk das größte seiner Art in Europa! Weiter im Norden und im Bereich der Unterelbe findet sich die berühmte Speicherstadt von Hamburg, ein auf Pfählen erbautes Viertel für das Umladen von Gütern, das Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde.