Als zentraler Strom in Europa ist die Elbe Heimat für eine Vielzahl von Arten und gerade die Pflanzenwelt versetzt nicht nur den Forscher in Erstaunen. Der stetig Fluss, die vielen Auen, immer wieder mal auftretendes Hochwasser und natürlich die umliegende Landschaft machen die Elbe zu einem ungemein lebendigen Gewässer. Allerdings gab es in der jüngeren Vergangenheit noch jede Menge Probleme, etwa durch die Verseuchung mit Schwermetallen, und hier haben verschiedene Maßnahmen in den letzten Jahren und Jahrzehnten nur ein Teil der natürlichen Bedingungen erhalten beziehungsweise wieder herstellen können. Als wichtiger Wasserstraße ist der Fluss in Bewegung und die Kräfte zur Selbstreinigung, zur Regeneration auf natürlichem Weg, sind gehemmt, was durch die Nutzung durch die Landwirtschaft in Nähe der Elbe noch verstärkt wird.

karte_wasserstrassennetz_deutschland_0_layausschnitt_0Von Bäumen und Auen

Manchmal trocken, manchmal feucht, so präsentieren sich Fluss, Auen und das Ufer der Elbe und so wachsen im Wasser selbst eher wenige Vertreter der Flora. Die Qualität des Wassers, menschliche Eingriffe wie auch die Geschwindigkeit der Elbe tragen zu diesem verminderten Wachstum bei. In Richtung Ufer ändert sich das sehr schnell, es finden sich Vertreter des Gänsefußes, der Röhricht, verschiedene Rieden und Fluren. Es gibt die Stromtalpflanze als krautiges Gewächs und die berühmte Spitz Klette.

Bäume finden sich aller Couleur entlang der Elbe. Besonders häufig vertreten sind Weiden, hier vor allem die Silberweide, Pappeln und jede Menge Eichen. Auch sollten die Auen betrachtet werden, das sind regelrechte Lebenstümpel und hier sind Schwanenblume und Konsorten verbreitet. Sumpfpflanzen, Ufergewächse, das ist alles für die Elbe in reicher Ausprägung vorhanden und diese Dichte zeigte sich durch flaumartigen Bewuchs vor allem zum Wechsel der Jahreszeiten. Mitunter ist das entsprechende Biotop trocken, dann wieder nass und manche Pflanzen stehen in unmittelbarer Nachbarschaft, deren Bedingungen sich sonst eigentlich ausschließen.

Was heißt tidebeeinflusstes Süßwasser Watt?

Schon die Unterelbe im Norden verändert dann die Pflanzenwelt beträchtlich und hier braucht man nicht gleich an einen veränderten Süßwasserspiegel zu denken! Die Vegetation muss aber auf einfließendes Meerwasser abgestimmt sein und so bieten an der Unterelbe vor allem Bracklöcher die Heimstatt für Binsen und Schilfrohr. Der Boden ist hier sandig, mit jeder Menge Schlick und das begünstigt wiederum Pflanzen wie den Rohrkolben oder die Strandsimse.

Besonders beeindruckend ist der spezielle Wasserfenchel mit Namen Schierling. Ein Schelm, wer hier an den Schierlingsbecher aus der Geschichte mit Sokrates denkt, doch diese Pflanze lebt so gut wie ausschließlich am unteren Elblauf und findet sich sonst nirgendwo auf der Welt! Das sehr rare und seltene Gebiet des Süßwasserwatts, das wird auch als tidebeeinflusst bezeichnet, beherbergt den Schierling und das ist für Forscher wie touristische Besucher natürlich ein spektakuläres Alleinstellungsmerkmal des Stroms Elbe.